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konzerte
  NEUE MUSIK IM BUNDES-VERWALTUNGSGERICHT neue musik für kammerensemble
samstag, 28. oktober 2006
bundesverwaltungsgericht, leipzig
großer sitzungssaal
beginn: 20:00 uhr
einlass ab 19:30 uhr
eintritt: 12,- € / ermäßigt: 8,- €
veranstalter: musik im blickfeld der gegenwart e.v. in kooperation mit kunst und justiz im bundesverwaltungsgericht e.v.
  programm
hans werner henze (*1926)
adagio (1963)
für klarinette, fagott, horn und streichquintett

mikrofarben II:  andrés mauoint im gespräch mit kristin schuster

andrés mauoint (*1968)
mikrofarben II (2006)
für stimme, violine, klarinette, violoncello und klavier
(uraufführung)

=11=:  alexander strauch im gespräch mit kristin schuster

alexander strauch (*1971)
=11= (2006)
für 11 solo-instrumente

(uraufführung)

pause


franz schreker (1878-1934)
der wind (1908/09)
für klarinette, horn, violine, violoncello und klavier

hans werner henze (*1926)
quattro fantasie (1958/1963)
für klarinette, fagott, horn und streichquintett


I.
II.
II.
IV. 
prefazione
sonata
cadenza
adagio (epilogo)
  mitwirkende
ensemble leipzig 21
hannes pohlit, dirigent
kristin schuster, einführung
  pressetext

während in diesem jahr vor allem der jubiläen von wolfgang amadeus mozart und robert schumann gedacht wird, hat der wohl prominenteste lebende deutsche komponist hans werner henze am 1. juli (dem tag des gründungskonzertes des ensemble leipzig 21) seinen 80. geburtstag begangen.
aus diesem anlass bildet im zweiten konzert des ensemble leipzig 21 nun eines seiner werke das hauptwerk des abends. die quattro fantasie (vier fantasien) entstanden 1958 (sätze I – III) und 1963 (satz IV) als die rein instrumentalen sätze der kammermusik 1958 über die hymne "in lieblicher bläue" nach friedrich hölderlin. das adagio (1963), komponiert zu einem festkonzert zum 70. geburtstag von henzes lehrer joseph rufer, kam später als epilog in die kammermusik 1958.

im weiteren programm erklingen außerdem werke zweier komponisten der jüngeren generation als uraufführungen, die als auftragswerke für das ensemble leipzig 21 entstanden:

andrés maupoint (*1968) ist dem leipziger publikum bereits kein unbekannter mehr. seit einigen jahren lehrt er an der hochschule für musik und theater leipzig musiktheorie. in mikrofarben II herrscht vor allem das spielerische element: durch ständige wechsel verschiedener metren und flüchtige passagen fordert das werk von den instrumentalisten und der sängerin, die mit der stimme verschiedenste geräusche erzeugen muss, ohne im traditionellen sinne zu "singen", höchste virtuosität.

alexander strauch (*1971) lebt als freischaffender komponist in münchen. er studierte bei hans-jürgen von bose (münchen) und hans zender (frankfurt/main). in münchen wirkte er unter anderem als kurator des festivals "a*devantgarde" und initiierte zahlreiche musiktheaterprojekte mit verschiedenen textdichtern. im zentrum seines kompositorischen schaffens stehen vokalmusik und werke für das musiktheater. in seiner musik verbindet sich streng strukturelles denken mit einer spielerisch-musikantischen haltung.

der österreiche komponist franz schreker (1878-1934) galt in der zeit der weimarer republik als einer der führenden opernkomponisten. viele seiner musikdramen erzeugten skandale aufgrund ihrer meist erotischen stoffe. aufgrund seiner halb-jüdischen abstammung wurde schreker 1934 seiner stelle als direktor der berliner musikhochschule enthoben, zugleich wurden alle seine werke mit aufführungsverbot belegt. schreker starb wenig später an den folgen eines gehirnschlages, seine familie floh vor den nationalsozialisten nach argentinien.
erst ende der 1970er jahre begann eine allmähliche wiederentdeckung und würdigung seines schaffens.
der wind zählt neben der "kammersymphonie" und der orchestersuite "ein tanzspiel" zu schrekers wenigen instrumentalwerken und entstand 1908 nach einem gedicht der tänzerin grete wiesenthal.
schrekers musik zeigt deutlich die auflösung der formbildenden kräfte der tonalität, die komponisten seiner generation wie arnold schönberg zum "frei-atonalen" und schließlich zum zwölftondenken führte.

 
 
 
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